Pressemitteilung zu den neuen Pflastersteinen in der Innenstadt

Der Fraktion Bündnis 90/ die Grünen ist es ein Anliegen, ihre Sichtweise zu dem Thema Pflastersteine in der Innenstadt ausführlich und sachlich darzustellen.

Zur Vorgeschichte:

Bereits im Juni 2020 besichtigte die Stadtverwaltung gemeinsam mit Kommunalpolitiker:innen des Bauausschusses verschiedene Innenstädte, um sich ein Bild von hellen Pflasterungen und deren Wirkung zu machen. Im Anschluss daran waren sich Verwaltung und Politiker:innen einig, dass die helle Pflasterung der Firma Metten einen herausragenden Eindruck machte. Danach wurde vereinbart, eine Auswahl heller Betonsteine verschiedener Firmen vor der Sparkasse auszulegen, damit die Bürger:innen sich ein Bild machen und ein Votum bei der Umfrage abgeben können. Die Musterfläche 2 mit dem Stein Umbriano der Firma Metten erhielt dabei die größte Zustimmung.

Danach wurde von Politiker:innen der SPD und CDU bei der hiesigen Firma Niemeier angefragt, ob die Produktion eines vergleichbaren Pflastersteins möglich sei. Ein solcher Stein wurde angefertigt und nun an gleichem Ort ausgelegt.

Auch wir Grünen haben uns die Musterflächen genau angesehen und uns eingehend mit der Thematik beschäftigt.

Zur Optik:

Die Pflastersteine der Firma Metten weisen eine Struktur auf, die Natursteinen sehr ähnelt. Sie sehen relativ homogen aus und können in der großen Fläche ein einheitliches Bild abgeben. Dadurch werden die historischen Bauten und Gestaltungselemente in den Vordergrund gerückt und kommen gut zur Geltung. Die Steine der Firma Niemeier hingegen haben eine marmoriert aussehende Oberfläche mit erheblichen Farbunterschieden und erzeugen unseres Erachtens dadurch ein eher unruhiges Gesamtbild.

Zur Qualität:

Um eine Mindestlebensdauer von 30 Jahren erreichen zu können, müssen die Pflastersteine eine robuste Beschaffenheit aufweisen. Die Firma Metten kann hier auf ein eigenes Patent zurückgreifen, das die Oberfläche resistent gegen Flecken, Moos und Algen macht und auch die Farbe bleibt lange erhalten, so dass bei anfallenden Neupflasterungen oder Reparaturen kaum ein Unterschied zu erkennen ist. Referenzen bieten mehrere Innenstädte, in denen die Pflastersteine seit vielen Jahren liegen. Die Firma Niemeier kann nach eigenen Angaben ihren Pflastersteinen eine ähnlich ausgestattete Oberfläche geben, Erfahrungswerte liegen allerdings noch nicht vor.

Zum ökologischen Fußabdruck:

Der ökologische Fußabdruck beinhaltet eine Öko-Bilanz aus verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise Rohstoffen, Produktion, Transport, Verlegung und Auswirkungen des verlegten Pflasters auf die Umwelt. Unseres Erachtens kann nur die Betrachtung aller Aspekte wirklich ausschlaggebend sein. Den Fokus lediglich auf die CO2-Bilanz des Transportes zu legen, greift nach unseren Einschätzungen viel zu kurz.

Die Firma Metten hat beispielsweise darüber Auskunft gegeben, dass 92% der Rohstoffe aus der näheren Umgebung des Produktionsortes bezogen werden. Insgesamt arbeitet die Firma Metten klimaneutral. Alte Pflastersteine können zu 100% recycelt und in den Produktionsprozess neuer Pflastersteine eingebunden werden.

Uns liegen bis jetzt von der Firma Niemeier keine Angaben zu den oben genannten Punkten vor.

Zu den Kosten:

Die Transportkosten der Firma Metten sind aufgrund der Entfernung zum Verlegeort natürlich höher als die der Firma Niemeier. Die ins Feld geführten Differenzen bei den Verlegekosten können wir allerdings nicht nachvollziehen, da beide Pflastersteine voreinander verlegt werden. Die höheren Materialkosten ergeben sich unserer Ansicht nach aus der unterschiedlichen Qualität.

Unser Fazit:

Die Pflastersteine sollen eine Mindestlebensdauer von 30 Jahren haben. Das ist eine lange Zeit. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung, nicht am falschen Ende zu sparen. Mehrfach bewährte Qualität hat ihren Preis.

Eine Bürger:innenumfrage hat bereits stattgefunden und ein eindeutiges Ergebnis gebracht. Folgerichtig müsste eine neue Bürger:innenumfrage durchgeführt werden, wenn man den Vergleich der neu verlegten Fläche mit den Niemeier-Pflastersteinen einbeziehen wollte. Das wiederum würde bedeuten, dass der gesamte Prozess der Umgestaltung noch einmal ins Stocken gerät. Weitere Gründe für eine zeitnahe Entscheidung sind die derzeit rasant steigenden Preise im Baugewerbe. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die Bestimmungen des Förderprogramms eingehalten werden – das Programm läuft 2025 aus.

Unseres Erachtens gilt es, das Votum der Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen und den Prozess der Umgestaltung der Innenstadt zügig voranzutreiben. Deshalb befürworten wir, wie in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung ausgeführt, die ausgewählten Steine der Firma Metten zu verwenden.

Für die Fraktion Bündnis 90/ die Grünen

Rolf Rösemeier-Tietjen

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